Aufrechnung mit Ansprüchen wegen Mängeln am Gemein- schaftseigentum gegen den Anspruch des Bauträgers auf Zahlung des Restkaufpreises?

Stellen Wohnungseigentümer Mängel am  Gemeinschaftseigentum  fest, stellt  sich die Frage, wie sie  ihre  Ansprüche gegen den Bauträger wegen dieser Mängel am leichtesten durchsetzen können.

In  vielen Fällen wird  zumindest  einer  der Eigentümer seine Verpflichtung  gegenüber dem Bauträger zur Zahlung des Kaufpreises noch nicht voll erfüllt haben. In diesem Fall kann der Eigentümer den restlichen Kaufpreis statt an den Bauträger, an die Wohnungs-eigentümergemeinschaft  zahlen  und   sich von  der  Wohnungseigentümergemeinschaft ermächtigen lassen, die Mängelansprüche gegen den Bauträger geltend zu machen.

Das könnte zum Beispiel so aussehen: Die Wohnungseigentümer haben gegen den Bauträger einen Anspruch wegen Baumängeln am Gemeinschaftseigentum in Höhe von 50.000,00 €.  Einer  der  Wohnungseigentümer schuldet  dem Bauträger noch Rest-kaufpreis in Höhe von 60.000,00 €. Der Eigentümer zahlt nun 10.000,00 € an den Bau-träger und  50.000,00 € an  die Eigentümergemeinschaft gegen Ermächtigung den Mängelanspruch  der Wohnungseigentümer gegen den Bauträger in Höhe von 50.000,00 €,  geltend zu machen.

Dies führt zwar nach derzeitiger höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht dazu, dass der Wohnungseigentümer aufrechnen kann, jedoch hat er ein Recht, gegenüber dem Bauträger die Zahlung der noch geschuldeten 50.000,00 € zu verweigern, bis der Bauträger die von ihm wegen der Baumängel geschuldeten 50.000,00 € zahlt (OLG Stuttgart, 10 U 33/12).

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